Wie kam es zu einer Lourdes-Grotte in Süßen?
Belgien, Januar 1945. Ein nasskalter Tag mit tiefer Wolkendecke. Kein
Flugwetter für die gefürchteten amerikanischen Tiefflieger. Wohl aufgrund dieser
Tatsache bekam eine Gruppe von 8 Soldaten den Auftrag mit einem Lkw einen
Transport durchzuführen. Sich sicher fühlend fuhren sie los, doch schon nach
wenigen Kilometern brauste hinter einem Waldstück ein Mustang-Jagdbomber über
den Lkw hinweg, wendete und setzte zum Angriff an. Er feuerte aus allen
Bordwaffen und warf eine Bombe ab. Der Lkw geriet in Brand und 7 Soldaten
starben. Einer überlebte schwer verwundet: Albert Riegert. Die Verwundung war so
schwer, dass ihm im Lazarett ein Unterschenkel amputiert werden musste.
In diese Zeit fällt das Versprechen: Wenn ich lebend aus diesem Krieg
heimkomme, mache ich eine Wallfahrt nach Lourdes. Bis das Versprechen eingelöst
werden konnte, dauerte es noch viele Jahre. Erst im Mai 1958 fuhren 6 Männer im
VW-Bus zur Wallfahrtsstätte. Den Bus für die Fahrt stellte Fabrikant Eugen
Weidmann zur Verfügung. In Lourdes fasste Albert Riegert den Entschluss in Süßen
eine Grotte zu bauen.
Die Verwirklichung der Idee
Frau Bader stiftete das Grundstück im so genannten Hopfengarten, dem Südhang
der Halde. Bereits am 29. Juli 1958 begannen die Arbeiten. Zahlreiche Frauen und
Männer der Kirchengemeinde beteiligten sich an dem Werk. Albert Riegert sammelte
mit seiner Familie die Findlingsteine im Albuch auf der Alb. Mit dem Wachsen der
Grotte setzte eine Welle des Spendens ein. Neben Geldspenden wurden Bänke, das
Eingangstor und die Leuchter gestiftet. Die Lourdes-Muttergottes aus der Alten
Marienkirche wurde wetterfest überholt und eingefügt und in Donauwörth erwarb
man eine Bernadette-Statue, die ebenfalls gespendet wurde. So konnte schon am
12. Oktober 1958 die Grotte unter großer Beteiligung der Kirchengemeinde von
Pfarrer Steible eingeweiht werden.
Die Grotte, ein Ort des Gebetes.
Wer auf dem Weg nach Salach einen Abstecher zur Grotte macht, wird
feststellen, dass häufig Beter innehalten. In der freien Natur bringt so mancher
sein Anliegen zur Mutter Gottes. So sind fast immer Blumen da oder es brennen
Opferlichter.
(aus Gemeindebrief der kath. Kirchengemeinde Süßen, Dez,
1998)